Echt. Still. Du. Warum individuelle Fotografie berührt
Manchmal habe ich das Gefühl, dass Fotografie lange vor dem Moment beginnt, in dem ich die Kamera in die Hand nehme. Sie beginnt mit einem Blick, mit einer Pause, mit dem Augenblick, in dem ein Mensch aufhört, eine Rolle zu spielen und einfach er selbst ist. Genau dafür liebe ich individuelle Shootings.
Viele kommen mit Zweifeln. Ich kann nicht posieren. Ich bin nicht fotogen. Ich weiß nicht, was ich vor der Kamera tun soll. Und jedes Mal möchte ich dasselbe sagen: Du musst nichts können. Du musst niemand anderes sein. Bei einem individuellen Shooting geht es nicht darum, ein Bild zu erschaffen, sondern einen Menschen zu sehen.
Oft höre ich, dass meine Models auf den Fotos sehr natürlich und entspannt wirken. Ich glaube, das liegt daran, dass ich keinen Druck mache und nichts erzwinge. Ich lasse Zeit, um anzukommen. In der Situation, im Raum, bei sich selbst. Schritt für Schritt verschwindet die Anspannung und es bleibt etwas, das man nicht spielen kann.
Fotografie kann schön sein, perfekt im Licht, stimmig in der Komposition. Wirklich wertvoll wird sie aber dann, wenn man Leben spürt. Wenn im Bild Ruhe entsteht, Wärme, Verletzlichkeit oder innere Stärke. Etwas, das sich nicht wiederholen und nicht kopieren lässt.
Ein individuelles Shooting ist keine Abfolge von Posen und kein Suchen nach dem richtigen Winkel. Es ist ein Dialog. Manchmal leise, manchmal sehr emotional. In solchen Momenten wird die Kamera zum Beobachter. Und der Mensch vor ihr erlaubt sich, echt zu sein.
Mir ist wichtig, dass ein Shooting ein sicherer Raum ist. Ohne Bewertung, ohne Erwartungen, ohne das Gefühl, etwas erfüllen zu müssen. Genau dann entstehen Bilder, in denen man sich selbst erkennt und sagt: Ja, das bin ich. Kein Bild, keine Rolle. Ich.
Solche Fotografien werden mit der Zeit immer wertvoller. Sie altern nicht, weil sie keinen Trends folgen. Sie bewahren ein Gefühl. Eine Erinnerung an eine bestimmte Phase im Leben. An Zartheit, an Stille, an das eigene Sein.
Ein individuelles Fotoshooting ist eine Einladung, kurz innezuhalten. Sich von außen zu betrachten und anzunehmen. Nicht zu korrigieren, nicht zu optimieren, nicht sich anzugleichen, sondern zu sehen und zu fühlen.
Fotografie kann ein Spiegel sein. Und manchmal sagt dieser Spiegel mehr als Worte.